RE100 erklärt: Die Verpflichtung zu 100 % Erneuerbarer Energie

Mit zunehmender Dringlichkeit zur Dekarbonisierung setzen Unternehmen weltweit ambitionierte Klimaziele. Eines der klarsten Signale für Ambition ist der Beitritt zu RE100. Diese globale Initiative vereint Unternehmen, die sich verpflichten, 100 % ihres Stroms aus Erneuerbaren Energien zu beziehen. Doch was bedeutet es eigentlich, Teil von RE100 zu sein? Von Teilnahmevoraussetzungen bis zur Fortschrittsverfolgung - dieser Leitfaden erläutert, wie RE100 funktioniert und was eine Mitgliedschaft erfordert.
Was ist RE100
RE100 ist eine globale Unternehmensinitiative, die große Unternehmen vereint, die sich verpflichten, 100 % ihres Stroms aus Erneuerbaren Energien zu beziehen. Die Initiative wurde 2014 von der Climate Group in Partnerschaft mit CDP ins Leben gerufen und zielt darauf ab, den Übergang zu CO2-freien Stromsystemen zu beschleunigen. RE100-Mitglieder spielen eine Schlüsselrolle bei der Förderung der Marktnachfrage nach sauberem Strom und Klimaschutzmaßnahmen. Durch ein klares Ziel und den Einsatz dafür reduzieren diese Unternehmen ihre eigenen Emissionen und signalisieren zugleich Lieferanten, Versorgungsunternehmen und politischen Entscheidungsträgern, dass Erneuerbare Energien eine geschäftliche Priorität sind.
RE100 at a Glance
Launched: 2014
Members: 450+ companies
Markets Covered: 175+ countries
Electricity Consumption: 500+ TWh/year
% of Global Electricity: Over 1.5%
Membership Target: 100% renewable electricity by 2050 or earlier
Kriterien für Erneuerbaren Strom
RE100 konzentriert sich speziell auf Erneuerbaren Strom und nicht auf andere Energieformen wie Kraftstoffe oder Wärme. RE100 definiert Erneuerbaren Strom als Strom, der aus Technologien wie Solar, Wind, nachhaltiger Wasserkraft, Geothermie und nachhaltig bewirtschafteter Biomasse gewonnen wird. Kernenergie zählt nach der RE100-Definition nicht dazu. Obwohl sie emissionsarm ist, gilt sie in diesem Kontext nicht als erneuerbar. Ab 2025 zählt nur noch Strom aus Erneuerbaren-Anlagen, die in den letzten 15 Jahren gebaut wurden, vollständig zum RE100-Fortschritt eines Unternehmens. Ältere Quellen können weiterhin genutzt werden, es werden jedoch nur 15 % des Stroms aus diesen Standorten angerechnet. Diese Änderung soll Unternehmen zu neueren Projekten drängen und die Nachfrage nach zusätzlicher Erneuerbaren-Kapazität erhöhen. RE100 verlangt bei der Beschaffung Erneuerbarer außerdem geografische Relevanz. In den meisten Fällen muss Erneuerbarer Strom aus demselben Markt bezogen werden, in dem er verbraucht wird. Dies trägt dazu bei, die Integrität der Aussagen zu wahren und fördert eine stärker lokal oder regional ausgerichtete Beschaffung.


Die Mission von RE100
Die Mission von RE100 besteht darin, den globalen Übergang zu 100 % Erneuerbarem Strom zu beschleunigen. Die von der Climate Group geführte Initiative unterstützt Unternehmen dabei, ihre Erneuerbare-Strom-Ziele über Methoden wie Grünstromeinkauf, Power Purchase Agreements (PPAs) und Eigenerzeugung zu erreichen. Doch die Wirkung geht darüber hinaus. RE100 mobilisiert seine Mitglieder auch dazu, sich für energiepolitische Veränderungen einzusetzen. Dazu gehört der Einsatz für besseren Netzzugang, stärkere Märkte für Erneuerbare Energien und unterstützende Rahmenwerke wie Renewable Energy Certificate (REC)-Systeme. Dieser kombinierte Ansatz - Geschäftsmaßnahmen plus politischer Einfluss - ist zentral für die RE100-Strategie zur Förderung systemischer Veränderungen.
Wie RE100 funktioniert
Die Initiative wird von der Climate Group in Partnerschaft mit CDP geleitet. CDP (ehemals Carbon Disclosure Project) ist eine globale gemeinnützige Organisation, die eine weit verbreitete Umweltoffenlegungsplattform betreibt und Unternehmen hilft, ihre Klimawirkung zu messen und zu berichten. Bei RE100 koordiniert die Climate Group die Kampagne und treibt das globale Engagement voran. CDP bringt technisches Fachwissen ein und verwaltet das Berichtsrahmenwerk. Mitglieder legen ihre Stromverbräuche und Erneuerbare-Beschaffungsdaten über die CDP-Plattform offen. RE100 wird zudem von philanthropischen Organisationen unterstützt und arbeitet mit regionalen Partnern zusammen, um die Teilnahme weltweit zu erhöhen. Seit dem Start während der Climate Week NYC 2014 ist RE100 rasant gewachsen. Anfang 2025 zählt die Initiative über 450 Mitgliedsunternehmen in 175 Märkten. Gemeinsam entfallen auf diese Unternehmen mehr als 500 Terawattstunden (TWh) Stromnachfrage pro Jahr - mehr als der Jahresverbrauch von Ländern wie Südkorea oder Frankreich. Durch die Bündelung dieser Nachfrage senden RE100-Mitglieder starke Signale an Energiemärkte und fördern die Realisierung neuer Erneuerbarer-Projekte.
Mitgliedschaftsumfang
Es gibt zwar keine strenge Größenvorgabe, doch RE100 konzentriert sich in der Regel auf Unternehmen mit hohem Stromverbrauch - typischerweise etwa 100 GWh pro Jahr - oder starker Marktwirkung. Kleinere Unternehmen können dennoch Mitglied werden, wenn sie eine strategische Rolle in Schlüsselbranchen oder -regionen spielen. Ursprünglich war die RE100-Mitgliedschaft auf Nicht-Versorgungsunternehmen beschränkt, doch inzwischen sind einige Energieanbieter beigetreten und haben sich verpflichtet, ihre eigene Geschäftstätigkeit mit Erneuerbaren zu betreiben. Diese Mitglieder müssen die Kundenbelieferung nicht in ihre Verpflichtung einbeziehen, solange ihr eigener Stromverbrauch den Kriterien von RE100 für Erneuerbaren Strom entspricht.
Wachstum der regionalen RE100-Mitgliedschaft
| 2016 | 2017 | 2018 | 2019 | 2020 | 2021 | 2022 | ||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Europe | 65 | 77 | 95 | 111 | 124 | 127 | 128 | |
| Asis | 9 | 26 | 54 | 68 | 102 | 130 | 172 | |
| US | 42 | 53 | 71 | 82 | 89 | 98 | 103 |
Source: RE100 Annual Disclosure Reports 2022, 2023
Mitgliedschaftskriterien
RE100 hat klar definierte Kriterien, die Unternehmen erfüllen müssen, um beizutreten und ihre Mitgliedschaft aufrechtzuerhalten. Diese Anforderungen stellen sicher, dass jedes Mitglied sich wirklich für den Übergang zu 100 % Erneuerbarem Strom einsetzt und zur breiteren Marktwirkung beiträgt.
1. Öffentliche Verpflichtung zu 100 % Erneuerbarem Strom
Um RE100 beizutreten, muss sich ein Unternehmen verpflichten, 100 % seines Stroms spätestens bis 2050 aus Erneuerbaren Quellen zu beziehen. Diese Verpflichtung muss für alle globalen Geschäftstätigkeiten gelten - einschließlich aller Standorte, Länder und aller unter operativer Kontrolle stehenden Tochtergesellschaften. RE100 verlangt, dass die Zusage auf Konzernebene erfolgt.
2. Zwischenziele zur Förderung des Fortschritts
RE100 ermutigt Unternehmen, Zwischenziele zu setzen, um den Schwung aufrechtzuerhalten. Ursprünglich nicht verpflichtend, erwartet RE100 inzwischen von seinen Mitgliedern, bis 2030 mindestens 60 % Erneuerbaren Strom und bis 2040 90 % zu erreichen. Diese Meilensteine helfen, verzögertes Handeln zu vermeiden und schaffen langfristige Verantwortlichkeit.
3. Jährliche Offenlegung und Transparenz
Transparenz ist zentral für RE100. Mitglieder müssen jährlich über ihren Stromverbrauch und den Anteil Erneuerbarer berichten - entweder über die RE100-Berichtsvorlage oder den CDP-Fragebogen. Diese Berichte zeigen nicht nur, wie viel Erneuerbarer Strom genutzt wird, sondern auch, wie er beschafft wird - über Power Purchase Agreements, Eigenerzeugung oder den Kauf von Renewable Energy Certificates. RE100 nutzt diese Daten, um aggregierte Fortschrittsberichte über alle Mitglieder hinweg zu veröffentlichen.
4. Qualitätsstandards für die Beschaffung Erneuerbarer
RE100 setzt technische Anforderungen dafür fest, was als glaubwürdiger Erneuerbarer Strom gilt. Die gesamte Beschaffung muss einzigartig, nachverfolgbar und zusätzlich sein - das heißt, sie muss durch anerkannte Energieattributzertifikate wie RECs aus Nordamerika, GOs aus Europa oder globale I-RECs abgedeckt sein. Doppelzählung ist verboten.
5. Unabhängige Prüfung der Aussagen
Mitglieder werden ermutigt, ihren Einsatz Erneuerbarer Energie durch unabhängige Dritte prüfen zu lassen. Dies kann Entwertungszertifikate, Prüfunterlagen oder die Nutzung zertifizierter Grünstromprodukte wie Green-e in den USA umfassen.
6. Einklang mit der Mission von RE100
RE100 verlangt von seinen Mitgliedern, die Ziele der Initiative durch Handeln und Fürsprache zu unterstützen. Das bedeutet, Aktivitäten zu vermeiden, die die Einführung Erneuerbarer Energien untergraben - etwa Lobbyarbeit gegen saubere Energiepolitik oder den Ausbau fossiler Infrastruktur.
Fazit
RE100 ist zu einer leistungsstarken Plattform geworden, um die Einführung sauberen Stroms im großen Maßstab zu beschleunigen. Mit über 450 bereits beigetretenen Unternehmen trägt die Initiative dazu bei, globale Energiemärkte neu zu gestalten. Für Unternehmen, die eine Führungsrolle in der Energiewende übernehmen möchten, bietet RE100 einen klaren Weg und eine Struktur, um echten Fortschritt voranzutreiben.
Summary
Introduction
Was ist RE100
Kriterien für Erneuerbaren Strom
Die Mission von RE100
Wie RE100 funktioniert
Mitgliedschaftsumfang
Wachstum der regionalen RE100-Mitgliedschaft
Mitgliedschaftskriterien
Fazit
Übernehmen Sie heute die Kontrolle über Ihre Emissionen!
Übernehmen Sie die Kontrolle über Ihre Emissionen und Ihre Nachhaltigkeitsstrategie